Shortcut to Justice

Deutschland 2008, R.: Sybille Fezer, Daniel Burkholz, 41 Min., dt. OF

shortcut2Eigeninitiative ist die einzige Chance. In Gujarat, im Nordwesten Indiens, haben Frauen deshalb selbst Gerichte ins Leben gerufen. Die „Frauen für Gerechtigkeit“ wehren sich gegen Unrecht und Gewalt, unter denen viele Frauen dort leiden. Das Indische Rechtssystem ist hoffnungslos überlastet: Über 13 Millionen Fälle sind unbearbeitet, manche Verfahren dauern bis zu zehn Jahre. Betroffen sind besonders Frauen, denn Gewalt in der Ehe (mit immer noch über 7.000 Morden an Ehefrauen jährlich) und Zwangsverheiratung sind oft noch alltäglich für indische Frauen quer durch alle gesellschaftlichen Schichten. Weil Polizei und Justiz oft untätig bleiben und kaum Schutz und Hilfe geben, haben sie selber ein Gericht gegründet. Sie sprechen Recht – unter einem Baum auf einem staubigen Platz am Rande eines Armenviertels. Sie greifen ein, um Frauen zu ihrem Recht zu verhelfen. Mit Schlagfertigkeit und Kreativität weisen sie prügelnde Ehemänner und böse Schwiegermütter in die Schranken. Und wenn es sein muss, ziehen sie auch schon mal als Räumkommando los, um die Mitgift einer armen Witwe, die mit ihrer Tochter einfach auf die Straße gesetzt wurde, zurückzuholen. Eine couragierte und motivierende Dokumentation über die Kraft und Dynamik, den ersten Schritt zu wagen und seine Rechte einzufordern.

Die Regisseure Daniel Burkholz und Sybille Fezer werden zur Filmvorführung und anschließenden Diskussion anwesend sein.

„Endlich einmal gute Nachrichten über Indien [ … ] Ein Film, dem man nicht anmerkt, dass er von westlichen Filmemachern gedreht wurde.“
Ujjwal Bhattacharya, Deutsche Welle

Sa, 31.10., 20:00 Uhr