Archiv der Kategorie: filme-2015

The Queen of Silence

Deutschland, Polen, 2014, Doku, 83 Min., OmeU, R: Agnieszka Zwiefka

2015-thequeenThe Queen of Silence erzählt die Geschichte von Denisa, einem zehnjährigen Romamädchen, das fast taub ist. Das Leben in der illegalen Romasiedlung in Wroclaw geht mit der täglichen Angst vor Zwangsräumung und Angriffen der Nachbarn einher. Umso schwerer hat es Denisa, die einen Alltag ohne Worte führen muss. Eines Tages, als sie eine Mülldeponie nach Kleidung und Holz durchsucht, findet Denisa eine DVD mit Bollywoodfilmen. Seitdem ist sie fasziniert von der glamourösen Welt, die sie auf einem kleinen Fernseher anschaut. Denisa beginnt ihre eigenen Bollywoodkostüme herzustellen und übt eigene Tanzchoreografien bis zur Perfektion ein. Jeden Tag lädt sie andere Kinder der Siedlung ein, sie in ihre magische Welt zu begleiten.

Jenica und Perla

Tschech. Rep., Frankreich, 2014, Doku, 72 Min., OmeU, R: Rozálie Kohoutová

2015-jenicaperlaDie Teenager Jenica und Perla haben sich über die Tanzorganisation Kesaj Tchave kenngelernt, die Romakinder aus Frankreich und der Ostslowakei zusammenbringt. Die Gruppe hat es sogar in eine bekannte slowakische Talenteshow geschafft. Die 18jährige Jenica kommt aus Rumänien und lebt seit ihrem 7. Lebensjahr mit ihrer Familie in Paris. Sie träumt davon, Haarstylistin zu werden. Sie schafft ihren Schulabschluss und versucht nun ihren Traum zu verwirklichen. Perla ist 15 und wächst in einer Musikerfamilie in einem Roma-Ghetto in der Ostslowakai auf. Sie besucht eine Schule, die ihre Schüler in Roma und Nichtromaklassen aufteilt. Perla träumt davon, ihrem Bruder nach Paris zu folgen.

Der Film zeigt die verschiedenen Lebenswege der Freundinnen mit ihren eigenen Vorstellungen und eigenen Chancen.

Hotline

Israel, Frankreich, 2015 , Doku, 100 Min., OmeU, R: Silvina Landsmann

2015-hotlineRund um die Uhr ist die NGO Hotline für Flüchtlinge und Migranten in Tel Aviv im Einsatz. Sie kümmern sich um die Rechte von Menschen ohne Papiere, übernehmen Behördengänge und setzen sich auch öffentlich für die ins Land Eingewanderten ein. Seit Jahren kommen Tausende Flüchtlinge über den Sinai illegal nach Israel und werden alles andere als gut aufgenommen. Die Mitarbeiterinnen der Hotline stoßen in der Bevölkerung auf großen Widerstand und offene Fremdenfeindlichkeit. Auch die Regierung stellt sich der Eingliederung der Einwanderer vehement in den Weg, wird jede illegale Grenzüberschreitung doch als Straftat gewertet und die Flüchtlingsgefängnisse an der Grenze werden stetig ausgebaut. Regisseurin Silvina Landsmann begleitet die Aktivistinnen zu unterschiedlichsten Schauplätzen: in die Knesset, auf Ämter, vor Gerichte, bei der Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache, und stellt dabei die Langwierig- und Schwierigkeit des Kampfes für Menschenrechte heraus.

Our Terrible Country

Syrien, 2014, Doku, 100 Min., OmeU, R:Mohammad Atassi, Ziad Homsi

2015-terribleZiad Homsi ist Fotograph und Freiheitskämpfer in Ghouta, der ersten befreiten Stadt Syriens. Er trifft dort auf den Intellektuellen Yassin al-Haj Saleh und beschließt vor dem Hintergrund des syrischen Bürgerkriegs ein Filmporträt über den prominenten Dissidenten zu drehen.

Mohammad Ali Atassi und Ziad Homsi gelingt mit Our Terrible Country eine intensive und hautnahe Darstellung zweier Aktivisten unterschiedlicher Generationen, die mit all den Hoffnungen, Enttäuschungen und Rückschlägen der syrischen Revolution verbunden sind und zeigen in bewegenden Bildern deren Odyssee durch ihr zerstörtes Heimatland bis ins türkische Exil.

On the bride’s side

Italien, 2014, Doku, 100 Min., OmeU, R: Antonio Augugliaro, Gabriele del Grande, Khaled Soliman al Nassiry

2015-onthebridesEin palästinensischer Dichter und ein italienischer Journalist treffen fünf Palästinenser und Syrer in Mailand, die über Lampedusa nach Europa eingewandert sind. Sie wollen den Flüchtlingen helfen, ihr Ziel Schweden zu erreichen. Dafür täuschen sie eine Hochzeit vor und reisen vier Tage tausende Kilometer quer durch Europa – immer in der Angst, von der Polizei gefasst zu werden. Denn Flüchtlinge, die in Italien eingetroffen sind, dürfen das Land nicht wieder verlassen. Während der Reise erzählen die Protagonisten ihre Geschichten und Träume in der Hoffnung auf eine Zukunft ohne Kriege und Grenzen.

All of Me

Mexiko, 2014, Doku, 90 Min., OmeU, R: Arturo González Villaseñor

2015-allofmeIn dem kleinen Ort La Patrona widmen die „Las Patronas“, eine Gruppe mexikanischer Frauen, seit 1995 ihr Leben der Hilfe illegaler Einwanderer auf dem Weg in die USA. Sie kochen täglich Unmengen von Reis, füllen Wasserflaschen ab, um sie dann den Flüchtlingen, die auf „der Bestie“, dem Güterzug, der von Südamerika bis an die Grenze der USA fährt, zu zu werfen. Sie helfen herunter gefallenen Passagieren zum nächsten Bahnhof oder unterstützen sie bei Unfällen. Ihr Projekt finanzieren sie durch Spenden von Kleinunternehmen und Privatpersonen. Der Film zeigt das Schicksal dieser Frauen, fragt nach ihrer Motivation und erzählt von ihren persönlichen Träumen. Es ist die Geschichte von Menschen, die selbst keinen persönlichen Besitz haben, aber dennoch von tiefem Altruismus, Liebe und Solidarität angetrieben sind. Für ihren unermüdlichen Einsatz seit über zwanzig Jahren erhielten die „Las Patronas“ 2013 den mexikanischen Menschenrechtspreis.

Not Who We Are

Libanon, 2013, Doku, 75 Min., OmeU, R: Carol Mansour

2015-notwhoCarol Mansours Dokumentarfilm beleuchtet die Notlage von geflüchteten syrischen Frauen, die im Laufe der vergangenen zweieinhalb Jahre in den Libanon geflohen sind. Anfang 2013 bilden Syrier die viertgrößte Flüchtlingsbevölkerung der Welt. Circa eine Million von ihnen haben im Libanon Zuflucht genommen. Davon sind mehr als 80% Kinder und Frauen, die Krieg und Vertreibung besonders hart treffen. Sie verlieren Angehörige und Freunde, ihr Heim, ihr Hab und Gut und finden sich häufig in einer feindlichen Umgebung wieder. Jeglicher sozialer Unterstützungsnetze beraubt sind sie Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch ausgesetzt.

Who is Dayani Cristal

GB, Mexiko, USA, 2013, Doku, 86 Min., OmeU, R: Marc Silver

2015-dayaniIn der Wüste Arizonas wird die Leiche eines Unbekannten gefunden. „Dayani Cristal“ hatte sich der Mann auf die Brust tätowiert. Es handelt sich um einen der zahllosen Migranten aus Zentralamerika, die den Traum vom Norden nicht überlebt haben. Aber wer war dieser Mann? Wie ist er gereist? Und wieso nahm er das gefährliche Unterfangen auf sich? Zur Ergründung dieser Fragen begibt sich der mexikanische Schauspieler Gael García Bernal selbst auf die Einwanderungsroute von Guatemala Richtung Norden und lernt die Familie des toten Mannes kennen.

Waiting For August

Belgien, 2014, Doku, 84 Min., OmeU, R: Teodora Mihai

2015-waitingDie 15jährige Georgiana lebt in Bacau in Rumänien und ist als Familienoberhaupt verantwortlich für ihre sechs Geschwister. Ihre Mutter ist als Gastarbeiterin nach Italien gegangen, um dort den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. Trotz der vielen Herausforderungen zwischen Haushalt und Schule, begreift sie sich nicht als Opfer und improvisiert frei den Alltag der Familie.

In ihrem Debütfilm gelingt es der Filmemacherin Teodora Ana Mihai, das intime Familienleben und das Spannungsfeld zwischen Georgianas großer Verantwortung für ihre Geschwister und ihrem Leben als Teenager scheinbar unbemerkt zu begleiten und ein präzises Porträt der Familie zu zeichnen.

Nada’s Revolution

Niederlande, Schweden, 2014, Doku, 60 Min., OmeU, R: Claudia Lisboa

2015-nadasNach der ägyptischen Revolution 2011, die den Sturz des damaligen Präsidenten Mubarak zur Folge hatte, versucht die dreißigjährige Nada sich in Kairo eine Existenz als Theaterpädagogin aufzubauen. Mit ihrer Arbeit möchte sie den Kindern zu einer Meinungsbildung verhelfen und zeigen, wie man Demokratie erlernen kann. Doch auf ihrem Weg sieht sie sich immer wieder mit Hindernissen konfrontiert, die es zu bewältigen gilt. Unter anderem ist es ihre Familie, die Nadas emanzipierte Lebensweise nicht versteht und sich wünscht, dass sie endlich heiratet.

Ein Film, der das Leben in einem Land zeigt, dass von den politischen Unruhen gelähmt ist und sich zwischen Tradition und Moderne bewegt.

Judgment – Grenze der Hoffnung

Deutschland, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, 2014, Drama, 107 Min., Deutsch, R: Stephan Komandarev

2015-judgementEin kleines Dorf an der bulgarisch-türkischen Grenze: hier lebt der Mittvierziger Mityo mit seinem 18jährigen Sohn Vasko. Seine Frau Fanka ist vor kurzem gestorben, das Verhältnis zum Sohn angespannt. Als Mityo seinen Job als Milchfahrer verliert, steht seine gesamte Existenz auf dem Spiel und es scheint für ihn nur noch einen Ausweg zu geben: Er nimmt das Angebot seines ehemaligen Armee-Hauptmanns an. Er soll illegale Flüchtlinge aus Syrien über die nahe Grenze zur Türkei in die EU schleusen. Eine folgenschwere Entscheidung. Der Weg führt durch das Grenzgebiet am sogenannten Judgment-Felsen vorbei, der Mityo immer wieder an ein schreckliches Ereignis während seiner Militärzeit an der härtesten Grenze des Kalten Krieges erinnert. Jetzt hilft Mityo Menschen die Grenze zu überwinden, die er einst mit brutaler Waffengewalt verteidigt hat und wird dabei von den Schatten der Vergangenheit heimgesucht.
(judgment-film.de)

Mein Herz tanzt

Israel, Deutschland, Frankreich, 2014, Drama, 105 Min., Deutsch, R: Eran Riklis

2015-tanztEyad wird von seinen Eltern auf eine Elite-Schule in Jerusalem geschickt. Sie wollen, dass er es eines Tages besser als sie selbst hat, aber leicht hat er es zu Beginn absolut nicht. So machen ihm nicht nur die ungewohnte Umgebung und das Pubertieren an sich zu schaffen, er ist auch noch der einzige Palästinenser weit und breit und wird schnell als Außenseiter abgestempelt. Bald findet er jedoch einen Freund in Yonatan der aufgrund einer schweren Muskellähmung im Rollstuhl sitzt, und verliebt sich Hals über Kopf in die hübsche Jüdin Naomi. Doch so schön die sich entwickelnde Beziehung der Jugendlichen auch ist, wird es schon bald sehr anstrengend, die Liebe vor ihren Eltern geheim zu halten. Während Eyad daher energisch versucht, endlich Anerkennung als Israeli zu finden, nimmt ihn auch Yonatans zusehends schlimmer werdender Zustand mehr und mehr mit.
(filmstarts.de)

Chechnya: War Without Trace

Frankreich, 2014, Doku, 86 Min., OmeU, R: Manon Loizeau

2015-chechnyaDie tschetschenische Hauptstadt Grosny will heute eine moderne Großstadt mit Glasfassaden und Hochhäusern sein und den Krieg vergessen lassen. Gleichzeitig sind die Folgen der beiden Tschetschenienkriege nicht zu übersehen und zu überhören, auch wenn die aktuelle Regierung weiterhin eine strenge und rücksichtslose Befriedungspolitik verfolgt.

Der Film mischt bewegende Geschichten von jenen, die vergeblich nach ihren Lieben suchen, mit Aufnahmen polierter Oberflächen eines Landes, das sich nach außen stabil gibt und sich in seinem Inneren unruhig und unglücklich zeigt.

God Is Not Working On Sunday

Deutschland, Ruanda, 2014, Doku, 82 Min., OmeU, R: Leona Goldstein

2015-godisnotDer Film begleitet die beiden ruandischen Aktivistinnen Godelieve und Florida 20 Jahre nach dem Genozid in Ruanda bei ihrem Engagement, die Traumata des Völkermords zu überwinden und für sich und andere Frauen neue, selbstbestimmte Räume zu schaffen. Sie organisieren verschiedene Aktivitäten und Trainings mit einzelnen Frauen und Gruppen, aber auch mit den Tätern, um ihre Situation weiter lebbar zu gestalten. Sie machen nicht halt vor der Thematisierung des Tabus der sexualisierten Kriegsgewalt. Trotz ihres unterschiedlichen Erlebens des Genozids, kämpfen die Frauen für Versöhnung, Geschlechtergerechtigkeit und die Stärkung der politischen Selbstbestimmung von Frauen in Ruanda. Heute sind es die Frauen, die den sozialen Wandel im Post-Genozid vorantreiben und die in einer Mehrheit ihr Land regieren und das beispiellos auf der Welt.

I Will Not Be Silenced

Australien, 2014, Doku, 84 Min., OmeU, R: Judy Rymer

2015-willnotbeCharlotte, eine junge australische Sozialarbeiterin, die in den Slums von Nairobi arbeitet, wurde in ihrem Haus von mehreren Männern vergewaltigt. Geschockt und traumatisiert, möchte sie Kenia verlassen, entscheidet sich aber für ihre Rechte und die aller anderen Vergewaltigungsopfer in Kenia zu kämpfen. Mehr als sieben Jahre dauert es, bis es zu einer Gerichtsentscheidung kommt.

Nächster Halt: Fruitvale Station

USA, 2014, Drama, 85 Min., Deutsch, R: Ryan Coogler

2015-fruitvaleDer Film erzählt die wahre Geschichte des 22-jährigen Oscar Grant, der in der Silvesternacht 2008/2009 zum Opfer rassistisch motivierter Polizeigewalt wurde. Am Morgen des 31. Dezember entschloss sich der schwarze Familienvater, der zwei Jahre im Gefängnis war, mehr Verantwortung für seine Familie und sein Leben zu übernehmen. Auf der nächtlichen Rückfahrt von San Francisco wird er im Zug von Ex-Mithäftlingen erkannt und bedroht. Im Verlauf des folgenden Polizeieinsatzes an der U-Bahn-Station Fruitvale wird Grant in den Rücken geschossen und erliegt später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Nachwuchsregisseur Ryan Coogler rekonstruiert die letzten 24 Stunden bis zu diesem dramatischen Geschehen, das durch die Ereignisse in Ferguson und anderen Städten der USA an trauriger Aktualität gewonnen hat.

The Shelter

Schweiz, 2014, Doku, 84 Min., OmeU, R:Fernand Melgar

2015-shelterAllabendlich im Winter spielen sich vor dem Bunker tumultartige Szenen ab: Genau 50 Obdachlose, nur in Ausnahmefällen wird die Zahl erhöht, dürfen die Bediensteten des städtischen Nachtasyls einlassen. Eine Zerreißprobe für beide Seiten, denn die Abgewiesenen finden im blitzsauberen schweizerischen Lausanne kaum Möglichkeiten, die Nacht ohne Ärger mit der Polizei und vor der Kälte geschützt zu verbringen.

Ferdinand Melgar erzählt von einer neuen Armut, die nicht nur Roma-Familien, sondern auch die einstige Mittelschicht aus dem von der Krise geschüttelten Teil Europas und afrikanische Migranten betrifft. Und er erzählt davon, wie das reiche Europa damit umgeht.

Death of the serpant God

Frankreich, 2014, Doku, 91 Min., OmeU, R: Damien Froidevaux

2015-serpantDie 20jährige Koumba wird nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung innerhalb von 48 Stunden aus Frankreich ausgewiesen und findet sich in Senegal, dem Land ihrer Eltern wieder. Völlig auf sich allein gestellt gerät die aufbrausende junge Frau in Konflikt mit ihrem neuen dörflichen Lebensumfeld. Nach einem heftigen Kulturschock, tiefen Krisen und mehreren Versuchen nach Paris zurückzukehren, gelingt es Koumba sich den neuen Verhältnissen zuzuwenden – und sich selbst zu verwandeln.

Der Regisseur und Filmemacher Damien Froide vaux begleitet Koumbas Anpassungs- und Bewältigungsprozess in einem Zeitraum von über fünf Jahren mit seiner Kamera hautnah, wobei die Grenzen zwischen dokumentierender Kameraführung und persönlicher Anteilnahme zunehmend unscharf werden.

Shattering Shadow

Äthiopien, Belgien, Deutschland, 2014, Drama, 90 Min., OmeU, R: Alain P. Housiaux, Patrick Dechesne

2015-shatteringDie schrecklichen Erlebnisse und Bilder seiner Vergangenheit lassen Adisu auch Jahre später und fernab der Heimat noch immer nichtlos. Traumartige Szenen seiner Flucht vor dem Krieg in Äthiopien konfrontieren den stillen, einsamen Taxifahrer immer wieder aufs Neue mit dem Geschehenen. Sie zeigen seinen einsamen Weg durch die steinige, staubige Wüste, begleitet von der allgegenwärtigen Sehnsucht nach einer verlorenen Liebe. Mit eindrucksvollen Bildern und ohne große Worte verdeutlicht Shattering Shadow auf subtile, träumerische Art und Weise die Trauer und das Schicksal eines Getriebenen.
(filmtage-tuebingen.de)