Archiv der Kategorie: filme-2012

Little Heaven

Freitag, 2.11., 18.00 Uhr

Belgien 2011, Regie: Lieven Corthouts, Dokumentation, 70 min, OmeU

2012-little-heaven»Little Heaven« ist ein Waisenhaus mitten im Herzen der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Lydia, eine der Waisen, bekommt an ihrem 13. Geburtstag die Nachricht, dass sie nun in das andere Heim ziehen darf, wo die
großen Kinder leben. Doch die Freude weilt nur kurz, denn außerdem eröffnet ihr die Oberschwester, dass sie HIV-positiv ist.
Auf den ersten Blick wirkt das Waisenhaus mit den spielenden Kindern wie jedes andere – abgesehen von den
unzähligen Medikamentendosen, die in jedem Zimmer stehen.
Die Kinder tanzen, singen und gehen zur Schule. Als ein Betreuer ihnen erzählt, dass die SchülerInnen mit den besten Ergebnissen auf eine bessere Schule gehen dürfen, fängt Lydia an noch eifriger zu lernen als vorher. Sie will ihren Traum verwirklichen Lehrerin zu werden und lässt sich dabei nicht durch ihre Krankheit entmutigen.
Lieven Corthouts zeigt in ihrem Film Kinder und BetreuerInnen, die trotz einer harten Diagnose voller Lebensmut und Hoffnung sind.

Der Standpunkt des Löwen

Freitag, 2.11., 20:00 Uhr
Schwerpunkt: Illusion Paradies

Senegal 2011, Regie: Didier Awadi, Dokumentation, 78 min, OmU

2012-der-standpunkt-des-loewenWie geht es weiter mit Afrika? Der senegalesische Filmemacher Didier Awadi nimmt den fünfzigsten Jahrestag der Unabhängigkeit zahlreicher afrikanischer Staaten zum Anlass, um nach der Zukunft seines Kontinents zu fragen. Was sind die tieferen Gründe für die Flüchtlingswellen nach Europa? Wo ist der versprochene Reichtum? Wo das damals versprochene Glück?
Awadi interviewte afrikanische Ex-Präsidenten, MinisterInnen, UN-Beamte, SchriftstellerInnen, KünstlerInnen, HistorikerInnen, AktivistenInnen, MigrantInnen und Flüchtlinge aus ganz Afrika. 44 InterviewpartnerInnen, die aus dezidiert panafrikanischer Perspektive das komplexe Bild eines Kontinents im Aufbruch zeichnen. Bei ihren Einschätzungen zur politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lage Afrikas nehmen sie dabei kein Blatt vor den Mund. Der Standpunkt des Löwen ist somit am Ende vor allem eins: Ein Film, der eine klare politische Botschaft verkündet: Die Zukunft des afrikanischen Kontinents muss zuallererst in Afrika entschieden werden.
Anschließend Diskussion mit dem Kulturwissenschaftler Ibou Diop

 

Çürük – The Pink Report

Freitag, 2.11., 22:00 Uhr
Schwerpunkt: Illusion Paradies

Deutschland 2011, Regie: Ulrike Böhnisch, Dokumentation, 75 min, OmU

2012-curukFür das türkische Militär gilt Homosexualität als »psychosexuelle Krankheit« und dient somit als Grund zur Ausmusterung vom Wehrdienst. Dafür wird in einem speziellen »Beweisverfahren« Homosexualität diagnostiziert. Homosexuelle unterziehen sich dieser entwürdigenden Prozedur, weil sie im Militär mit Diskriminierungen und massiven sexuellen Übergriffen zu rechnen haben.
Je nach Einschätzung des zuständigen Psychologen werden psychologische Gutachten, Analuntersuchungen oder photographisches Beweismaterial, das die Einberufenen beim Analverkehr zeigt, gefordert.
Dieses Ausmusterungsverfahren ist zuweilen mit Berufsverboten im Staatsdienst verbunden und hat somit weitreichende Folgen für die Lebensperspektiven dieser Männer.
çürük – The Pink Report ist eine einfühlsame Begegnung mit vier Männern und ihren bewegenden Geschichten zwischen institutionalisierter Gewalt, familiären Repressionen und dem Wunsch nach Anerkennung in einer Gesellschaft, die sie als krank, faul, verdorben – çürük – bezeichnet.
In Anwesenheit der Filmemacherin Ulrike Böhnisch

The Forgotten

Samstag, 3.11., 17:00 Uhr

Spanien 2010, Regie: Carles Caparrós, Dokumentation, 88 min, OmeU 

2012-the-forgottenMänner, Frauen und Kinder, angekettet, die Mehrzahl unter freiem Himmel, ohne Wasser und Nahrung, einige regelrecht gegeißelt oder seit ihrer Kindheit von ihren eigenen Familien in der Stadt ausgesetzt.
The Forgotten zeigt die Situation, in der sich viele AfrikanerInnen mit geistigen Erkrankungen befinden, angefangen von Menschen mit Epilepsie bis zu schwerer Schizophrenie. Eine selbst unter AfrikanerInnen unbekannte Wahrheit, da die Familien ihre betroffenen Angehörigen aus Scham oder Aberglauben versteckt halten. Geprägt durch seine eigene schwierige Vergangenheit entscheidet sich der einstige Reifenhändler Grégoire Ahongbonon eines Tages, sein Leben zu ändern und einer Mission zu widmen: die Vergessenen der Vergessenen zu befreien, zu versorgen, zu pflegen und schließlich wieder in die Gesellschaft zu reintegrieren.
Anschließend Diskussion mit Akifra e. V.

The Island President

Samstag, 03.11., 19:00 Uhr
Schwerpunkt: Illusion Paradies

USA 2011, Regie: Jon Shenk, Dokumentation, 101 min, OmeU

2012-the-island-presidentThe Island President porträtiert den maledivischen Präsidenten Mohamed Nasheed während seines ersten Amtsjahres, das ihn mit einem Problem ungeheuren Ausmaßes konfrontiert: dem im wortwörtlichen Sinn drohenden Untergang seines Landes. Denn als eines der niedrig liegendsten Länder der Welt würde bereits ein Anstieg des Meeresspiegels um nur einen Meter die Malediven unbewohnbar machen. Trotz der bescheidenen Größe seines Landes, wurde Mohamed Nasheed nicht zuletzt seiner aufrüttelnden Reden und zahlreichen Medienkampagnen wegen zu einem der führenden internationalen Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel. Insbesondere die Darstellung des Klimagipfels 2009 in Kopenhagen stellt einen Höhepunkt der Dokumentation dar. Gelingt es Mohamed Nasheed durch sein beherztes Auftreten und der Kooperation mit weiteren Entwicklungsländern auch bei den führenden Industrienationen Gehör zu finden und kann er einen vielversprechenden Meilenstein für die Zukunft seines Landes setzen?
Anschließend Diskussion
Auszeichnungen: 2011 Winner Publikumspreis bester Dokumentarfilm, Toronto Int. Film Festival

Nuclear Savage

Samstag, 03.11., 21:00 Uhr

USA 2011, Regie: Adam Horowitz, Dokumentation, 87 min, OF
Schwerpunkt: Illusion Paradies

2012-nuclear-savageMit allein über 60 Atomtests im Pazifik demonstrierte die USA ihre militärische Macht nach Hiroshima. Im Rahmen von Operation Bravo, dem größten Nuklearwaffentest des Landes, sollten dabei 1954 auch die BewohnerInnen des Bikini Atolls als Nuclear Savage missbraucht werden, denn »obwohl sie nicht zivilisiert leben, sind sie uns ähnlicher als Mäuse«. Der amerikanische Filmemacher Adam Horowitz dokumentiert auf bedrückende Weise, wie die Auswirkungen von Radioaktivität auf den Menschen rücksichtslos studiert wurden, das Leiden der BewohnerInnen und deren Kampf für Gerechtigkeit.
»The idea of blowing up hydrogen bombs in paradise is a symbolic metaphor of what we have done to the earth« (Adam Hororwitz).
Auszeichnungen:
2012 Jurypreis Beste Dokumentation, Festival International du film d’environnement, Paris / Frankreich
2012 Jurypreis Éxpose Dokumentation, Peace on Earth Film Festival, Chicago / USA
2012 Winner Publikumspreis Bester Film, Cinema Planeta, Mexiko

Just the Wind

Samstag, 3.11., 23:00 Uhr

Ungarn / DIF 2012, Regie: Bence Fliegauf, Spielfilm 2012, 87 min, OmeU

2012-just-the-windUngarn, im Jahr 2008/2009. Mari lebt mit ihrem pflegebedürftigen Vater und ihren zwei Kindern in einer Hütte im Wald außerhalb der Stadt. Ihre Lebensbedingungen sind bescheiden, wie die der anderen Roma-Familien. Seit Jahrhunderten leben sie in der ungarischen Gesellschaft ohne jemals wirklich integriert zu sein. Obwohl Mari arbeitet und ihre Kinder zur Schule gehen, sind und bleiben sie Zigeuner.
In der Gegend wurden schon mehrere Roma-Familien verfolgt und auf grausame Weise in der Nacht ermordet, so dass Mari beschließt, nach Kanada auszuwandern. Bis es soweit ist, müssen sie irgendwie ausharren und sie tun alles, um nicht aufzufallen. Mari jongliert ihre beiden Jobs, Teenager Anna versucht sich auf ihre Schularbeiten zu konzentrieren, während Rio, ihr kleiner Bruder mit anderen Dingen beschäftigt ist. Aber Bedrohung und Angst sind ihre ständigen Begleiter.
Der Film beruht auf wahren Begebenheiten.

Montag 5. 11. anschließend Diskussion mit Amnesty International, Ortsgruppe Dresden
Auszeichnungen:
2012 Silberner Bär Große Preis der Jury, 62. Internationale Filmfestspiele Berlin, Deutschland
2012 Amnesty Friedens-Filmpreis, Deutschland

Herz des Himmels, Herz der Erde

Sonntag, 4.11., 15:00 Uhr
Schwerpunkt: Illusion Paradies

Mexiko/Guatemala 2011, Regie: Frauke Sandig & Eric Black Dokumentation, 96 Min, OmU

2012-herz-des-himmelsGeht die Welt am 21. Dezember diesen Jahres unter? Genau an diesem Tag an dem der mystische Majakalender nach 5125 Jahren endet? Herz des Himmels, Herz der Erde zeigt eine Reise tief in die Kultur, Geschichte und Umwelt der neun Millionen Mayas in Mexiko und Guatemala. Er zeigt die Schicksale sechs junger Mayas, deren Alltag und Leben voller Zeremonien und im Einklang mit der Natur. Dem entgegen steht aber auch der
Widerstand gegen die ständige Bedrohung durch den westlichen Materialismus, andauernde Umweltzerstörungen, das Problem gentechnisch veränderten Saatgutes und der Globalisierung als Bedrohung ihrer Kultur und Umwelt. Dem begegnen sie mit einer Kosmovision, die das Andere, den Mensch, das Tier und die Natur als Ganzes, nicht als losgelöstes Gegenüber, sondern als Teil des eigenen Seins begreift.
Dieser Film zeigt mit imposanten Bildern und bewegenden Lebensgeschichten den Widerstand einer von Profitgier bedrohten Kultur und beschreibt dabei eine völlig andere Auffassung des Menschen in der Natur.
Anschließend Diskussion

Una Noche

Sonntag, 4. 11. 17:00, Dienstag, 6. 11. 22:00

USA / Kuba 2012,  Drehbuch & Regie: Lucy Mulloy, Spielfilm, 90 Min, OmeU 

In einem winzigen Floß auf dem weiten Meer kann eine Nacht sehr lang sein. Nur 90 Meilen trennen Kuba von Florida. Lila hätte nie gedacht, dass ihr Zwillingsbruder Elio sie verlassen könnte. Doch seit einer Weile ist Elio anders. Er hat weniger Zeit für sie, ist abgelenkt und alles dreht sich um einen neuen Freund. Schließlich entdeckt sie in einer Ruine am Strand einige Bauteile für das primi- tive Floß, ein paar Bretter und zwei Autoreifen. Damit wollen ihr Bruder und sein Freund, den inzwischen die Polizei sucht, die Flucht wagen. Der Film zeigt nicht nur die schönen Seiten Havannas, das bunte Leben auf den Straßen, sondern auch die Härte des sozialistischen Alltags. Die Polizei schützt die Touristen und prügelt ihre eigenen Landsleute. Diese beschaffen sich unter Mühe, was sie zum Leben brauchen. Nur wer Dollars hat, kriegt alles. Vorausgesetzt er weiß, wohin er gehen muss. Und immer lockt eine Zukunft jenseits des Wassers.
Auszeichnungen: 2012 Jurypreis, Deauville American Film Festival, Frankreich

Reunion – 10 Years after the War

Sonntag, 4.11., 19:00 Uhr

Norwegen/Kosovo 2011, Regie: Jon Haukeland, Dokumentation, 72 Min, OmeU

2012-reunionIn welchem Maße ist ein Dialog auf persönlicher Ebene geeignet, verfeindete gesellschaftliche Gruppen einander wieder näher zu bringen ? Diese Frage steht im Hintergrund von Reunion, einem Dokumentarfilm, der die Begegnung
zwischen Serben und Kosovo-Albanern schildert. 1999 haben sie sich als junge StudentInnen das erste Mal getroffen, um über Ursachen und Befindlichkeiten der Auseinandersetzungen im Kosovo zu sprechen. Kurz darauf brach der Krieg
aus. Zehn Jahre später arrangierte der Filmemacher Jon Haukeland ein zweites Treffen. Der Konflikt ist nicht leichter geworden. Einige TeilnehmerInnen sind im Krieg umgekommen, andere haben Angehörige verloren oder sind aus ihrer Heimat vertrieben worden. Die Erfahrung von Unterdrückung hört seit dem Ende des Krieges nicht auf. Sie geht weiter, nur unter veränderten Vorzeichen.
Der Film zeigt behutsam und unaufdringlich die Geschichten dieser Menschen, ihr Erleben
des Krieges, die Gefühle von Angst und Hass und nicht zuletzt den Willen und die Bereitschaft, einander zuzuhören.
Anschließend Diskussion
Auszeichnungen:
2011 Winner Amanda Award Bester Dokumentarfilm, The Norwegian International
Filmfestival Haugesund, Norwegen

Win or Die – Voices from the Libyan Revolution

Sonntag, 4. 11., 21:00 Uhr

Deutschland 2012, Regie & Schnitt: Nic Nagel, Dokumentation, 85 Min, OmU

2012-win-or-dieLibyen 2011, ein Land befreit sich von einer despotischen Diktatur. Die deutsche Regisseurin Nic Nagel besuchte die Schauplätze der Revolution, traf Akteure und hielt deren beeindruckende Geschichten und Hoffnungen fest. Ihr Film zeichnet ein vielschichtiges Bild der Revolution: Sie porträtiert Menschen voller Vorfreude auf ein Leben in Freiheit, aber auch ihre Trauer um die Opfer. Die meisten Aufständischen, die gegen Gaddafis Truppen kämpfen sind Zivilisten. Häufig müssen sie improvisieren, es mangelt an militärischer Ausstattung und Ausbildung. Dennoch sind sie fest entschlossen in ihrem Kampf gegen das Regime, dessen Sturz die einzige Alternative für sie darstellte. Nach dem Fall des Regimes traf die Filmemacherin einige von ihnen in Tripolis wieder. Aus unmittelbarer Nähe ergeben sich so unerwartete und packende Einblicke in ein Land im Umbruch. Win or Die zeigt Frauen und Männer, die sich zwischen Kriegsschutt, Straßenkämpfen und Revolutionsfeiern für ein anderes, ein neues Libyen einsetzen.

In Anwesenheit der Regisseurin Nic Nagel 

Tahrir 2011: The Good, the Bad and the Politician

Sonntag, 4. 11., 23:00 Uhr

Ägypten / Deutschland 2011,Regie & Drehbuch: Tamer Ezzat, Ayten Amin, Amr Salama, Dokumentation, 90 Min, OmeU

2012-tahir2011Nach Jahrzehnten der Unterdrückung schreit das ägyptische Volk heraus, was es denkt und will: Brot, Freiheit und Menschenwürde. In der Reportage-Dokumentation kommen lokale AktivistInnen, Polizisten, Beamte der Staatssicherheit und der ehemalige Präsident Hosni Mubarak zu Wort. Die drei Filme behandeln drei unterschiedliche Bereiche der revolutionären Ereignisse: Tamer Ezzat’s Film »The Good« lässt ausführlich die DemonstrantInnen auf dem Tahrir Platz sprechen, welche die Geschehnisse und die Gewalt gegen die friedlichen Demonstrationen wieder ins Gedächtnis rufen; Ayten Amin’s Film »The Bad« geht dem rigorosen Vorgehen der Polizei auf den Grund und zeigt die inneren Konflikte der zu Wort kommenden Polizisten auf, die sich gegen ihre eigenen Landsleute wenden mussten, während Amr Salama’s Film »Politician« näher auf Hosni Mubarak eingeht und dessen zehn Schritte auf den Weg zum wahren Diktator nachzeichnet. Eine ergreifende, umfassende und filmisch überzeugende Analyse des Verlaufs der ägyptischen Revolution im Frühling 2011 mit sorgfältig gewähltem Weitblick.
Auszeichnungen: 2012 Winner Best Documentary, Oslo Films from the South, Norwegen

The Suffering Grasses

Montag, 5. 11., 20:00 Uhr, 18:30 Uhr Podiumsdiskussion

USA / Syrien 2012, Regie: Iara Lee, Dokumentation, 50 Min, OmeU

2012-suffering-grassesEin Jahr nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien im Zuge des arabischen Frühlings nimmt uns die Dokumentarfilmerin Iara Lee mit zu den wahren Leidtragenden des Konflikts, den Menschen vor Ort. Der Film untersucht das Spannungsfeld zwischen humanitärem Konflikt, der Machtpolitik von Assads Baath-Regime und den Aktionen der Freien Syrischen Armee – und zwar durch die Augen der betroffenen Bevölkerung. Der Film ist nah dran an den AkteurInnen des aktuellen Geschehens und schafft so eine sehr menschliche Darstellung des Konflikts, die in westlichen Medien sonst nur wenig Platz findet. Neben der Reise ins Krisengebiet selbst führt der Film auch ins Innere eines Flüchtlingslagers auf türkischem Gebiet. Der Fokus liegt jedoch nicht allein auf der Not der Vertriebenen, denn es geht auch um die Darstellung der AkteurInnen und Ihrer Motivation in diesem Konflikt, zu denen auch Staaten wie die USA, Israel, Russland, China, Iran oder Libanon gehören. Zwischen diesen Giganten der Politik kann der einzelne Mensch schnell zerrieben werden – »wenn Elefanten in den Krieg ziehen, ist es das Gras, was leidet«.

Vol Spécial

Dienstag, 6. 11., 18:00 Uhr

Schweiz 2011, Drehbuch & Produktion: Fernand Melgar, Dokumentation, 100 Min, OmU

2012-volspecialFür neun Monate begab sich der Filmemacher Fernand Melgar in das Ausschaffungsgefängnis »Frambois« in Genf, eines von 28 Abschiebezentren für Sans-Papiers und abgewiesene Asylbewerber in der Schweiz. »Frambois« beherbergt abgelehnte Asylsuchende und irreguläre MigrantInnen. Einige wohnen seit Jahren in der Schweiz, haben sich integriert und eine Familie gegründet. Sie arbeiten, zahlen in die Sozialversicherung ein und schicken ihre Kinder in die Schule. Bis die kantonale Immigrationsbehörde entscheidet, sie einzusperren um ihre Ausreise zu veranlassen. Im Verlauf der Monate hinter Gittern werden die Konfrontationen zwischen Personal und Insassen zuweilen sehr heftig. Auf der einen Seite wacht ein Team von Aufsehern mit menschlichen Wertvorstellungen. Auf der anderen Seite stehen Männer am Ende einer langen Reise, in Angst und unter Stress. Die Beziehungen sind geprägt von Freundschaft und Hass, Respekt und Auflehnung, Dankbarkeit und Ablehnung. Bis zum Moment der Ausschaffung. Diese Ankündigung erleben die Inhaftierten oft als Verrat, als letzten Tiefschlag.
Anschließend Diskussion
Auszeichnungen: 2012 Special World Feature Jury Mention, Silverdocs Documentary Festival, USA

The Punk Syndrome

Dienstag, 6. 11., 20:30 Uhr

Finnland 2012, Drehbuch & Regie: Jukka Kärkkäinen Dokumentation, 85 Min, OmeU

2012-the-punk-syndromeThe Punk Syndrome ist ein Film über Finnlands außergewöhnlichste Punkband, »Pertti Kurikka’s Name Day«. Die geistig behinderten Bandmitglieder Pertti, Kari, Toni und Sami spielen ihre Musik mit unglaublichem Stolz und großer Hingabe. Die Vollblutmusiker verbringen Stunden und Tage im Tonstudio und auf Tour. Sie lachen, weinen, lieben, (ver-)zweifeln, kämpfen mit sich und den anderen und finden die großartigsten Worte der Versöhnung. Ihre Songs handeln von gesellschaftlichen Problemen ebenso wie von ihren alltäglichen Sorgen und Bedürfnissen. Davon wie beschissen es ist, zur Pediküre gehen zu müssen oder von der Misere in einem Gruppenzimmer zu leben. Nichts ist heilig und darum alles, nichts ist wahr und darum alles. Ein Film über die Quintessenz des Punk – eine Geschichte über benachteiligte Menschen, die gegen den Mainstream rebellieren.
Auszeichnungen:
2012 Winner Films on Art Competition programme, t-mobile New Horizons International Film Festival, Warschau / Polen
2012 Winner Publikumspreis, Tampere Film Festival, Finnland

Family Portrait in Black and White

Dienstag, 6. 11., 20:00 Uhr

IN DER SCHAUBURG – ANSCHLIESSEND KONZERT:
DAS BLAUE EINHORN 

Kanada 2011, Drehbuch & Regie: Julia Ivanova, Dokumentation, 85 Min, OmeU

2012-familyportraitDer Film porträtiert die passionierte Supermom Olga Nenya im Verlauf von drei turbulenten Jahren, in denen ihre 17 Pflegekinder zu wilden Teenagern heranwachsen. 16 Kinder entstammen Liebesbeziehungen zwischen Ukrainerinnen und afrikanischen Studenten. Olga ist eine liebevolle Mutter, aber keine Mutter Teresa. Aufgewachsen unter dem Sowietregime, steht für sie die gegenseitige Verantwortung über der individuellen Entfaltungsfreiheit des Einzelnen und sie managt ihre Familie mit einer fast stalinistischen Entschlossenheit. »Wenn die Kinder aufwachsen, haben sie wenigstens eine Mutter, die sie für ihre Misserfolge verantwortlich machen können.« In vielerlei Hinsicht bringt dieses Zitat von Olga das Zusammenleben der Kinder mit ihrer Ziehmutter auf den Punkt: ideal oder nicht, biologisch oder adoptiert. Im Vergleich zum Aufwachsen im besten Waisenhaus des Landes, wo jedes Kind jede Pflegerin »Mutter« nennt und vielleicht zwanzig davon hat, ohne zu wissen, was eigentlich eine Mutter sein soll.
Anschließend Filmgespräch und Konzert mit der Band »Das Blaue Einhorn« (Eintritt: 10 € / 12 €)
Vorverkauf in der Schauburg oder bei Kristin kristin AT moveit-festival.de,  t: 0176 – 611 355 34
Auszeichnungen: 2011 Best Canadien Feature Film, Hot Docs Film Festival, Kanada