Archiv der Kategorie: filme-2010

Waste Land

Samstag, 30.10., 21 Uhr und Montag, 01.11., 22:15 Uhr

GB, Brasilien 2010, R.: Lucy Walker, Dokumentation, 98 min., OmeU
2010-wastelandBeinahe drei Jahre lang begleitete Regisseurin Lucy Walker das Projekt des Künstlers Vik Muniz in seiner Heimat Brasilien. Nahe der Millionenstadt Rio de Janeiro befindet sich die größte Mülldeponie der Welt, Jardim Gramacho. Das ist der Arbeitsplatz der Catadores, einer selbstorganisierten Gruppe von Sammlern wiederverwertbarer Materialien – »Müll«. Gemeinsam mit Muniz legen sie daraus überlebensgroße Portraits ihrer selbst, in denen sich Würde und Verzweiflung der Protagonisten gleichsam spiegeln. Während einige Selbstbewusstsein aus dem Projekt schöpfen, beginnen andere ihr Leben in Frage zu stellen. Im Mittelpunkt stehen dabei stets die Sammler selbst, die in der Gesellschaft ebenso in Vergessenheit geraten sind wie der Müll, den Menschen überall auf der Welt Tag für Tag produzieren.

Auszeichnungen:
u. a. 2010 Audience Award, Sundance Film Festival |
Human Rights Film Award, Amnesty International |
2010 Publikumspreis Panorama, Internationale Filmfestspiele Berlin |
2010 Golden Space Needle Audience Award, Seattle International Film Festival

Soul Boy

Samstag, 30.10., 19 Uhr

Kenia, D 2010, R.: Hawa Essuman, R. Supervisor: Tom Tykwer, P: Marie Steinmann, Tom Tykwer, Spielfilm, 61 min, dt. OF, empfohlen ab 8 Jahren
2010-soulboy»Sie haben mir die Seele geraubt.« Mit diesen Worten wacht Abis Vater eines Morgens auf und ist von da an nicht mehr derselbe. Eigentlich glaubt der 14-jährige nicht an die alten Mythen seines Volkes, aber was ist, wenn der Vater diesmal Recht hat ? In den verwinkelten Gassen Kiberas, des größten Slums Nairobis, begibt sich der Junge auf die Suche nach der Wahrheit. Mithilfe seiner Freundin Shiku findet er die geheimnisvolle Nyawawa, die am anderen Ende von Kibera in einer dunklen Hütte wohnt und ihm eine Reihe besonderer Aufgaben stellt. In liebevollen Momentaufnahmen gibt Regisseurin Hawa Essuman in ihrem Spielfilmdebut Einblicke in den geschäftigen Alltag Kiberas. Mit Unterstützung Tom Tykwers ist ein Film entstanden, der in poetischer Weise von Stolz und Würde, Märchen und Geheimnissen sowie Liebe und Freundschaft erzählt.

Soul Boy entstand aus einer Idee zu einem Film-Workshop der alternativen Produktionsfirma One Fine Day Films, in der sich Marie Steinmann und Tom Tykwer seit Jahren in Nairobi, Kenia, an der von der NGO Annos Africa organisierten Kunst-Werkstatt „Art Education for Children“ engagieren.

Kinostart: 02. Dezember 2010

Auszeichnungen:
2010 Signis-Preis, Zanzibar International Film Festival
2010 Bester Kurzfilm, Kalasha Film Festival, Kenia

No One Knows About Persian Cats

Samstag, 30.10., 23 Uhr

Iran 2009, R.: Bahman Ghobadi, Spielfilm, 106 min., OmU
2010-persiancatsAshkan und Negar sind gerade aus dem Gefängnis raus. Ihr Traum: Eine Indie-Rock Band gründen und damit durch Europa touren. Kein einfacher Traum in einem Land, in dem abendländische Musik gesetzlich verboten und die Meinungsfreiheit beschränkt ist. Die Geschichte der beiden Musiker bietet den Rahmen, um soziale, kulturelle und politische Widersprüche einer Gesellschaft zu dokumentieren. Regisseur Bahman Ghobadi nimmt uns mit auf eine Reise der ganz besonderen Art, die ins erstaunliche Underground-Leben der Hauptstadt Teheran führt und zeigt, wie ein großer Teil iranischer Jugendlicher Widerstand
auf friedliche Art und Weise gegen eine repressive Regierung leistet. Auf zahlreichen internationalen Filmfestivals preisgekrönt, ist diese musikalische Tragikomödie einfach ein Muss.

Auszeichnungen:
2009 Jury Preis «Un Certain regard», Filmfestival in Cannes |
2009 Best Foreign-Language Film, São Paulo International Film Festival |
2010 Audience Award, Miami International Film Festival

Ndoto za Elibidi – Dreams of Elibidi

Montag, 01.11., 18 Uhr

Kenia 2010, R.: Kamau Wa Ndung’u, Nick Reding, Spielfilm, 75 min., OmeU
2010-ndotoDie Bewohner von Mathare sind mit äußerst harten Lebensbedingungen konfrontiert, denn das Viertel ist eines der ärmsten Nairobis. Doch die Geschichte über vier junge Bewohnerinnen, über HIV und das Leben im Slum setzt der Armut die Schauspielkunst entgegen. Sie war zunächst als Laien-Theaterstück aus und für Mathare konzipiert, auch der Regisseur Kamau Wa Ndung‘u ist in Mathare geboren und aufgewachsen. Zu unserem Vorteil ist aus dem Stück ein beeindruckender Film entstanden, der uns genauso wie tausende Zuschauer in Mathare erreicht und die gegebene Distanz überwindet. Denn die Themen – Mut, Offenheit und Akzeptanz – sind universell. Auch und besonders dann, wenn es um das Tabu HIV / Aids geht.

Auszeichnungen:
2010 Bester Nachwuchsfilm, Zansibar International Film Festival
2010 Bester Spielfilm, Kalasha Filmfestival, Kenia

Les Arrivants

Freitag, 29.10., 20 Uhr

F 2009, R.: Claudine Bories, Patrice Chagnard, Dokumentation, 110 min., OmU
2010-lesarrivantsAuf eindrucksvolle Art und Weise begleiten die Regisseure den Arbeitsalltag der CAFDA, einer städtischen Anlaufstelle für asylsuchende Familien in Paris und portraitieren dadurch einerseits die Sisyphusarbeit der Mitarbeiter, die sich mit immer neuen Problemen und dem nicht abreißen wollenden Strom der Asylsuchenden befassen. Andererseits wird dem Zuschauer die Situation der Flüchtlinge, welche überfordert vom Dschungel der Bürokratie versuchen, die Grundbedürfnisse menschlichen Daseins zu befriedigen, vor Augen geführt. Der im Stil des direct cinema gedrehte Dokumentarfilm schafft es auch ohne Kommentare oder Interviews, ausschließlich durch stilles Beobachten, einen dichten und ergreifenden
Einblick in den ganz normalen Wahnsinn dieses Metiers zu verschaffen.

Auszeichnungen:
u. a. 2009 Goldene Taube, DOK Leipzig |
2010 Großer Preis beim Dok Fest München

Kinshasa Symphony

Freitag, 29.10., 18 Uhr

D 2010, R.: Claus Wischmann, Martin Baer, Dokumentation, 95 min., OmU
2010-kinshasasymphonieKinshasa ist mit 10 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt auf dem afrikanischen
Kontinent, die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo und auch die Heimat des »Orchestre Symphonique Kimbanguiste«. Das von Armand Diangienda gegründete und geleitete Sinfonie-Orchesters ist das einzige in Zentralafrika. Rund 200 Musiker – meist Autodidakten – geben sich hier mit eisernem Willen, sowie viel Engagement und Improvisationstalent der Musik von Beethoven, Händel und Mendelssohn hin. Die Orchester-Musiker, wie Brotverkäuferin Chantal Ikina und der Elektriker und Friseur Joseph Lutete, beweisen eine besondere Disziplin, wenn sie nach einem zehnstündigen Arbeitstag noch Energie für eine Probe bis in die späte Nacht hinein haben. Ein bewegender Film, in dem
man erfährt, dass Beethoven »afrikanische Rhythmen« besitzt und Angelschnüre
als Saiten einen ebenso schönen Klang erzeugen.
»Das gemeinsame Musizieren hilft eben über viele Dinge hinweg.« (Diangienda)

Auszeichnungen:
2010 Grand Prize »World Music Film Today«, 6th Jecheon International Music &
Film Festival | 2010 Grand Prize »Best Cinematography«, Rhode Island International Film Festival |
2010 Publikumspreis, Festival des deutschen Films Ludwigshafen

Internationales Kurzfilmprogramm “Der Traum von Europa”

Sonntag, 31.10., 22 Uhr

2010-miramareEuropäische Grenzen überschreiten wir besonders gerne, um in fremde Kulturen einzutauchen. Andere scheitern an ebendiesen Grenzen. Für diese kann eine Grenze zum Schicksal werden, sie bestimmt den Alltag, den Sinn des Lebens, die Zukunft. Denn alles hängt davon ab, ob sie sie überwinden können. Die Grenze, die auch zwischen Reichtum und Armut, Idylle und Bedrohung, Glück und Verzweiflung entscheidet.

Sans papier D 2007, Regie: Silvia Berchtold, Spielfilm, 12 Min
Le conte de l’oiseau et de l’hyène (Das Märchen vom Vogel und der Hyäne) Ö 2009, Regie: Eva Sollgruber, Animation, 6 Min
On the run with abdul GB 2009, Regie: David Lalé, James Newton, Kristian Hove, Dokumentation, 23 Min
Metropolis ferry E 2009, Regie: Juan Gautier, Spielfilm, 16 Min
Miramare Kroatien/Schweiz 2009, Regie: Michaela Müller, Produktion: Academy of Fine Arts Zagreb und Michaela Müller, Animation, 8 Min
Fair trade D 2006, Regie: Michael Dreher, Spielfilm, 15 Min

Illégal

Dienstag, 02.11., 20 Uhr

F/B/LUX 2010, R.: Olivier Masset- Depasse, Spielfilm, 95 min., OmeU
2010-illegalSeit acht Jahren lebt die Weißrussin Tania mit ihrem Sohn Ivan illegal in Belgien; ihr Antrag auf Staatsbürgerschaft wurde vor Jahren abgelehnt. Mit der ständigen Angst entdeckt zu werden, kämpft sie unter härtesten Bedingungen für ein besseres Leben. Eines Tages jedoch geraten die beiden in eine Polizeikontrolle und Tania wird in Abschiebehaft genommen, während der 12-jährige Ivan fliehen kann. Dort steht sie unter psychischem und physischem Druck und ist der fehlenden Neutralität des Rechtsstaates schutzlos ausgeliefert. »Masset-
Despasses Spielfilm ist die schonungslose Darstellung der realen Parallelwelt einer Gesellschaft, die sich immer mehr abschottet und für deren zuweilen erschreckend brutalen Umgang mit Migranten Tanias Schicksal beispielhaft ist.«
Vor dem Gesetz sind doch nicht alle gleich.

Auszeichnungen:

2010 SACD-Award, Filmfestival in Cannes |
Oscar-Nominierung für 2011

I wanna be boss – China’s Smartest Kids

Dienstag, 02.11., 18 Uhr

NL 2008, R.: Marije Meerman, Dokumentation, 58 min., OmeU
2010-iwannabebossDie Schüler einer der besten Schulen Chinas in Chongqing werden schon jetzt auf ihre künftigen Positionen in den Chefetagen der global economy vorbereitet. Als Kinder einer neuen chinesischen Mittelklasse ist es an ihnen, die Möglichkeiten wahrzunehmen, die ihren Eltern, von denen viele mit Hunger und Geldnot aufgewachsen sind, verwehrt waren. »I wanna be boss« begleitet die hyperintelligenten Schüler während des letzten Schuljahres, das über ihre Aufnahme in eine von nur drei Elite-Schulen Chinas entscheiden wird. In dem
Versprechen auf eine erfolgreiche Zukunft führen sie ein Leben, das geprägt ist von Konkurrenzdruck und frei von außerschulischen Aktivitäten. Authentisch und stets auf die einzelnen Schüler konzentriert, liefert die Dokumentation ein Bild autoritärer Bildungspolitik und geht Vorurteilen gegenüber chinesischer Mentalität auf den Grund.

Auszeichnungen:
2010 Student Jury Award, One World Film Festival

Good Fortune

Sonntag, 31.10., 17 Uhr

Kenia, USA 2009, R.: Landon Van Soest, Dokumentation, 73 min, OmeU
2010-goodfortuneWirtschaftsunternehmen aus aller Welt investieren in Afrika. Ehrgeizige Projekte internationaler Entwicklungshilfeorganisationen wollen die Armut endlich beseitigen – und agieren dabei mitunter ohne Rücksicht auf die eigentlichen Bedürfnisse und Nöte der ortsansässigen Bevölkerung. Anhand der Portraits zweier Kenianer, die gegen die Zerstörung ihrer Existenz durch groß angelegte Hilfs- und Investitionsprojekte kämpfen, bietet der Film die einzigartige Gelegenheit, Entwicklungshilfe mit den Augen jener zu betrachten, die eigentlich davon profitieren sollten.

Auszeichnungen:
2009 Silverdocs Witness Award, Silverdocs AFI/Discovery Channel Documentary
Film Festival |
2009 Fledging Fund Award for Socially Conscious Documentaries, IFP Market in New York

Garbage Dreams

Freitag, 29.10., 22:30 Uhr und Sonntag, 31.10., 15 Uhr

USA 2009, R.: Mai Iskander, Dokumentation, 79 min., OmeU
2010-garbagedreamsDie sogenannten Müllmenschen von Kairo sind seit Generationen Experten in der Müllverwertung. So sehen sie sich selbst und sind stolz auf ihre Expertise und darauf, mindestens 80 % des gesammelten Mülls zu recyceln. Damit haben sie sich ihre Nische für den Lebenserwerb gesichert. Allerdings ist das System durch Großfirmen, die den Abfall in Großlastern aus Kairo abtransportieren, gefährdet. Denn es gibt nicht mehr genug Müll, um Wertstoffe zu gewinnen. Garbage Dreams begleitet drei Jugendliche auf ihrem Weg durch die Krise. Alle drei müssen sich der Frage stellen, wie sie ihre Zukunft gestalten können. Sie sind
beeindruckende Protagonisten und schaffen es in der nur eineinhalbstündigen Dokumentation, uns für sich und ihre Welt einzunehmen.

Auszeichnungen:
u. a. 2009 Publikumspreis, Internationales Dokumentarfilmfestival Amsterdam
2009 Goldene Palme, International Film Festival Mexico

Enemies of the people

Montag, 01.11., 20 Uhr

GB, Kambodscha 2009, R.: Thet Sambath, Rob Lemkin, Dokumentation, 93 Min, OmeU
2010-enemiesDas Regime der roten Khmer gilt als eine der brutalsten Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Dennoch sind die Massenmorde in den sogenannten »Killing Fields« von Kambodscha nie geklärt worden. Dem kambodschanischen Journalisten Teth Sambath ist es zu verdanken, dass die Schuldigen des Genozids nach über 30 Jahren ihr Schweigen brechen und bis dahin ungehörte Aussagen zu Protokoll bringen. Für ihn ist es eine persönliche Mission, denn auch er verlor Mitglieder seiner Familie. Der Journalist sucht deshalb über zehn Jahre lang immer
wieder das Gespräch mit den Mitgliedern der Roten Khmer, vom einfachen Soldaten bis hin zum »Bruder Nr. 2«, Nuon Chea. Schließlich schafft er es, dass sich dieser erstmalig zu den Verbrechen äußert, die er gemeinsam mit Pol Pot zu verantworten hat. Seit September 2010 muss sich Nuon Chea vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Kambodscha verantworten.

Auszeichnungen:
u. a. 2010 World Documentary Special Jury Prize, Sundance Film Festival

Die Geduldeten

Sonntag, 31.10., 19:30 Uhr

DL 2008, R.: Natascha Breuers, Ralf Jesse, Dokumentation 98 min., OmU
2010-die-geduldetenDie Entscheidung für ein Leben in Deutschland haben andere für sie getroffen. Ihre Eltern sind tot, im Gefängnis oder sie melden sich nicht. Sie sind überzeugt, ihren Kindern ein besseres Leben ermöglicht zu haben. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Europa auf 100.000. In Deutschland gibt es 5.000 – 10.000 dieser Kinder. Sie leben jahrelang mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus und können ab dem Alter von 16 Jahren jederzeit abgeschoben werden. Die beeindruckende Dokumentation macht die Worte Duldung und Integration nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar und verständlich. Über einen Zeitraum von zwei Jahren begleitet und erzählt sie die Geschichte von sechs Einwanderer-Kindern die hier ankommen, eine neue Sprache und Welt kennen lernen und welche Erfahrungen sie mit den Gesetzen des Landes machen, in das sie verpflanzt wurden.

Auszeichnungen:
2009 Medienpreis der Kindernothilfe

Das Dschungelradio

Samstag, 30.10., 15 Uhr

D 2009, R.: Susanne Jäger, Dokumentation, 90 min., OmU
2010-dschungelradioFrauen in einem kleinen Dorf in Nicaragua nutzen die Macht des Radios und der Öffentlichkeit, um sich gegen häusliche Gewalt zu schützen. Jeden Morgen geht Yamileth Chavarria mit dem von ihr gegründeten Bürgerradio »Palabra de Mujer« auf Sendung und denunziert im Plauderton namentlich die Männer des kleinen Ortes, die ihre Frauen und Kinder misshandeln. Neben traditioneller Musik, persönlichen Grußbotschaften und Vermisstenmeldungen für Maultiere, ermutigt sie die Frauen, offen über ihre Gewalterfahrung zu sprechen und bringt die betreffenden Männer damit in arge Bedrängnis. Yamileth setzt ein Zeichen gegen das Versagen der Justiz, die sogar Frauenmorde oft nicht ahndet. Sie selbst lebt gefährlich und erhält Drohungen, doch sie lächelt dazu: »Wenn man mich vom Mikrofon wegschießt, werden das alle hören.«

Auszeichnungen:
2010 Erster Preis Espiello VIII, Sobrarbe Ethnographic Documentary Festival, Spanien

Anna, seven years on the frontline

Dienstag, 02.11., 22 Uhr

NL 2008, R.: Masha Novikova, Dokumentation 78 Min., OmeU

2010-annasevenyearsAm 7. Oktober 2006 ging die Nachricht von der Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja durch alle Medien – doch wer war diese Frau tatsächlich, und welche Motive und Geschichten trieben sie bei ihrer Arbeit an, für die sie letztendlich gestorben ist? Als Reporterin und Aktivistin für Menschenrechte veröffentlichte sie zahlreiche Reportagen und Bücher über den Krieg in Tschetschenien und galt schnell aufgrund ihrer unabhängigen Berichterstattung in russisch-nationalistischen Kreisen als »Feindin des Volkes«. Ihre Berichte über die Kriegsverbrechen der russischen Armee – über Folter, Mord, Vergewaltigung, Veruntreuung und Raub im Kriegsgebiet – belasteten auch Putin-Verbündete. Der Film entwirft durch sehr persönliche Momentaufnahmen, die einen bedeutenden Teil des Lebens der Anna Politowskaja portraitieren, das Bild eines sensiblen Menschen mit einer starken Überzeugung.

Auszeichnungen:

2008 Amnesty International Award, Planet Doc Review Warschau |
2008 Special Prize of the Jury, Festival of Liberties Brüssel |
2008 Verzio 5 Audience Award, Verzio Documentary Film Festival Budapest