Archiv der Kategorie: filme-2007

Enraged By A Picture

Regie: Zanele Muholi, Südafrika 2005, 15 min., engl. OF

enragedbyapicture.jpgIn diesem Film setzt sich die Künstlerin Zanele Muholi mit den Reaktionen des Publikums auf ihre Fotoausstellung „Visual Sexuality: Only Half the Picture“ auseinander, mit deren Bildern sie schwarze lesbische Sexualität thematisierte. Die Fotos wurden sowohl im Museum als auch auf den Straßen Johannesburgs ausgestellt und lösten kontroverse Diskussionen aus.

Do, 11.10., 19.30

Rape For Who I Am

Regie: Lovinsa Kavuma, Südafrika/Großbritannien 2005, 27 min., OmeU

rapeforwhoiam.jpgVier schwarze lesbische Frauen in Südafrika berichten über ihre Erfahrungen mit Hass und sexueller Gewalt in den Townships. Diese fesselnde Dokumentation wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.
Keba, Bathini, Mary und Buhle leben in Johannesburg. Sie alle wurden vergewaltigt, weil sie lesbisch sind. In einem von Gewalt geprägten Umfeld weigern sie sich jedoch, Opfer zu sein. Stattdessen gehen sie an die Öffentlichkeit und berichten von ihrem Leben nach den Angriffen, von gesundheitlichen Folgen wie HIV-Infektionen, den Vorurteilen in ihren Townships und der Ignoranz der Behörden. Mit Regisseurin Lovinsa Kavuma sprechen sie über ihre Träume und Erwartungen, ihre Enttäuschungen, ihre Familien und ihre Partnerinnen. In dieser einfühlsamen Dokumentation entsteht so ein komplexes Bild dieser starken Frauen, von denen jede auf ihre Weise versucht, der Gewalt etwas Positives entgegenzusetzen.

Two Moms

Regie: Luiz de Barros und Andile Genge, Südafrika 2004, 48 min., engl. OF

twomoms.jpgDie Richterin Anna-Marie de Vos lebt seit 15 Jahren mit ihrer Freundin Suzanne zusammen und adoptierte im Jahr 1994 zwei Kinder. 2001 klagte sie vor dem höchsten Gericht Südafrikas, um auch für ihre Lebensgefährtin das Sorgerecht zu erwirken. Sie gewann – und in der Folge wurde die Adoption für gleichgeschlechtliche Paare in der südafrikanischen Verfassung verankert. Der Film gewährt Einblicke in den Alltag der Familie und lässt sie über ihre Erfahrungen berichten.

Do, 11.10., 19.30 

Fish & Elephant

Regie: Li Yu, China 2001, 96 min, OmU

fishelephant.jpgFish and Elephant ist der erste in China gedrehte Film über die Liebe zwischen zwei Frauen. Es ist die Geschichte von der Elefantenwärterin Xiao Qun und der Boutiquebesitzerin Xiao Ling. Die Regisseurin Li Yu erzählt in ruhigen Bildern die erste Begegnung, von den vorsichtigen Annäherungen und der wachsenden Liebe. Li Yu wagt mit ihrem Spielfilmdebüt einen Tabubruch, indem sie an der staatlichen Zensur vorbei erstmalig die emotionale und sexuelle Beziehung zwischen zwei Frauen thematisiert. In China ist die lesbische Liebe nach wie vor etwas Unerhörtes und Ungesehenes. „Ich wollte in meinem Film den Schmerz und die Hilflosigkeit einer Frau darstellen. In ihren Augen ist die Gesellschaft wie eine Mauer. Ihre Hoffnung und Wünsche liegen jenseits dieser Mauer“ (Li Yu). In einem fast dokumentarischen Stil gelingt der Regisseurin ausschließlich mit Laiendarstellern ein großartiger Film.

Do, 11.10., 21.30

Lucy

Regie: Henner Winckler, Deutschland 2006, 92 min.

lucy.jpgMaggie ist 18, wohnt bei ihrer Mutter – und ist selbst schon Mutter einer kleinen Tochter: Lucy. Ungewiss, was die Zukunft bringen wird, wartet Maggie darauf, dass etwas in ihrem Leben geschieht. Sie bewegt sich in einer Zwischenwelt zwischen Kind- und Erwachsensein, ist ein typischer Teenager und trägt gleichzeitig die Verantwortung für ihr Kind, die ihr manchmal lästig wird. Man spürt, dass die ersehnte Veränderung nicht von außen kommen kann, sondern bei Maggie selbst beginnen muss. Der Film bringt auf eindringliche Weise eine Situation zum Ausdruck, für die es in unserer Gesellschaft keinen Platz zu geben scheint: Mutter bzw. Eltern zu sein in einem Alter, in dem normalerweise Ausbildung und Unabhängigkeit als höchste Werte gelten.

Fr, 12.10., 19.30

The Abortion Diaries

Regie: Penny Lane, USA 2005, 30 min., engl. OF

theabortiondiaries.jpgIn den USA lassen jährlich 1 Million Frauen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen, und die Debatte zwischen Abtreibungsgegnern und – befürworten wird verschärfter ausgetragen als in jedem anderen westlichen Land. Dabei verschwinden die Einzelschicksale der Frauen häufig aus dem Blick – um deren Leben es letztendlich doch geht. Die Filmemacherin Penny Lane lässt in ihrer Dokumentation zwölf Frauen zu Wort kommen, die ihre persönliche Geschichte erzählen – vor dem Hintergrund, dass das Recht auf Selbstbestimmung in den USA angesichts wachsender christlich-fundamentalistischer Strömungen längst nicht mehr als unantastbare Voraussetzung gilt.

Fr, 12.10., 22.00

Like A Ship In The Night

Regie: Melissa Thompson, USA 2006, 30 min., engl. OF

likeashipinthenight.jpgIrland verfügt über eine der restriktivsten Abtreibungsgesetzgebungen in Europa. Laut Verfassung ist das Recht des Ungeborenen auf Leben gleichrangig mit dem der Schwangeren, und ein Abbruch ist einzig bei Lebensgefahr für die Schwangere legal. Die strenge Gesetzgebung umgehen viele Irinnen, indem sie die Abtreibung in England vornehmen lassen, Woche für Woche etwa 200 Frauen. Die Filmemacherin Melissa Thompson erzählt die Geschichte von drei irischen Frauen aus völlig verschiedenen Lebenssituationen und Alterstufen, die in England eine Abtreibung vornehmen ließen. Sie sprechen über die katholische Moral, mit der sie aufwuchsen, von ihren Anstrengungen, angesichts der ungewollten Schwangerschaft eine Entscheidung für sich zu treffen, und dem Schweigen, das sie seit dem Eingriff umgibt.

Fr, 12.10., 22.00

Estrellas De La Línea – The Railroad All-Stars

Regie: Chema Rodríguez, Spanien 2006, 90 min., OmeU

estrellasdelalineas.jpgIn Guatemala Stadt, entlang der Eisenbahntrasse „La Línea“, verkaufen Frauen ihre Körper für zwei Dollar pro Kunde, um ihre Familien zu ernähren. Sie ertragen ein Leben voller Demütigungen und Missbrauch. Doch die Frauen träumen von einem würdevollen Leben. Sie beschließen, für Rechte und Achtung zu kämpfen und suchen sich dazu ein besonderes „Feld“ aus: Fußball! Sie gründen eine Mannschaft und trainieren wochenlang, bevor sie zum ersten Mal antreten. Echte Fußballerfolge können sich aber nicht einstellen, denn sie werden aufgrund ihrer Herkunft und Geschichte sofort von einem nationalen Cup ausgeschlossen. In Guatemala bricht eine Kontroverse los und sie beschließen, auf eigene Faust durchs ganze Land zu fahren, und überall gegen die regionalen Mannschaften zu spielen.
Chema Rodriguez‘ Doku ist genauso spannend, wie es sich für ein Fußballmatch gehört. Sie ist gleichzeitig eine humorvolle und begeisternde Reise quer durch Guatemala – während der man die Frauen für ihre Lebenslust bewundern lernt.

So, 13.10., 20.00

Live Nude Girls Unite!

Regie: Julia Query, USA 2000, 70 min., engl. OF

livenudegirlsunited.jpgDie Regisseurin des Films Julia Query arbeitete Ende der 90er Jahre als Stripperin im „Lusty Lady Theater“ in San Francisco. Als sich dort die ohnehin schon schwierigen Arbeitsbedingungen verschlechtern und eine der Tänzerinnen, allein erziehende Mutter einer kleinen Tochter, gefeuert wird, beschließen sie und ihre Kolleginnen, dem Management die Stirn zu bieten und für ihre Rechte einzutreten.
Mit Straßenprotesten und Ausschließungen kämpfen sie für bessere Arbeitsbedingungen und gründen schließlich die erste Gewerkschaft von Striptänzerinnen.
Der Film begleitet Julia Query während dieser Zeit und dokumentiert den Arbeitskampf der Frauen. Parallel wird die schwierige Begegnung zwischen Julia und ihrer Mutter, der Frauenrechtlerin Dr. Joyce Wallace, thematisiert. Letztere muss feststellen, dass ihre Tochter in der Sexindustrie arbeitet, während sie selbst aus einem feministischen Ansatz heraus diese Frauen als Opfer der Geschlechterverhältnisse sieht und ihnen aus ihrer Situation heraushelfen will.

Sa, 13.10., 22.00

City Walls – My Own Private Teheran

Regie: Afsar Sonia Shafie, Iran, Schweiz 2006, 87 min., OmU

citywallsmyownprivateteheran.jpgDie iranische Dokumentarfilmerin Afsar Sonia Shafie reist nach mehreren Exiljahren in der Schweiz das erste Mal zurück nach Teheran. Die Reise zeichnet ein sehr persönliches und bewegendes Familienportrait, in welchem drei Frauen aus drei Generationen im Mittelpunkt stehen: die Großmutter, die Mutter und die Schwester der Regisseurin.
City Walls – My Own Private Teheran richtet den Blick nicht vorrangig auf die islamische Revolution sondern nimmt das Publikum mit auf die Reise in das Leben ganz normaler Leute und zeigt, wie sich die Wertvorstellungen der traditionell strukturierten Gesellschaft Irans direkt auf das Leben der Frauen auswirken. Im Gespräch offenbaren die Mutter und Großmutter der Filmemacherin in unzensierter Form sehr persönliche und schmerzhafte Erinnerungen. Der Film wurde 2006 auf dem Festival Visions du Réel in Nyon ausgezeichnet.

So, 14.10., 19.30

Exile Family Movie

Regie: Arash, Österreich 2006, 94 min., OmU

exilefamily.jpgExile Family Movie bringt ein herrlich chaotisches Unterfangen auf die Leinwand: das Wiedersehen einer Großfamilie nach 20 Jahren. Das allein ist vielleicht noch keine Besonderheit, doch diese persische Familie lebt in alle Winde zerstreut in Europa oder Amerika – oder eben im Iran. Allen Gefahren zum Trotz soll es ein Treffen an einem für die iranische Obrigkeit unverdächtigen Ort geben: in Mekka.
Der Dokumentarfilmer Arash, selbst Exil-Iraner, liefert mit diesem Film auch das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit Exil und Heimat, mit persönlicher Zerrissenheit und auch der Zerrissenheit einer Familie. Ebenso ist der Film ein Dokument des Aufeinanderprallens der muslimischen und der westlichen Gesellschaft. Gesprächsthemen wie der allgegenwärtige Schleier, die Rechte der Frau im Islam und die Bedeutung der Religion sind ein Muss. Der Film wurde unter anderem 2006 auf dem Dokfilmfest in Leipzig mit der „Goldenen Taube“ ausgezeichnet.

So, 14.10., 22.00Uhr